UNBEGRÜNDETE SORGEN

Jemand hat sehr treffend gesagt:

„Es ist die Furcht, die uns die größte Unruhe und Not verursacht.“

Oft sind die Dinge, die wir erwarten und befürchten, gar nicht so schlimm oder treffen überhaupt nicht ein.
Überblicke dein Leben und denke nach, wie viele Leiden und Trübsale du voraussahst und befürchtetest – sie warfen lange vorher ihre düsteren Schatten über dein Leben -, und manche von ihnen trafen nie ein. Sie verpassten sozusagen irgendwo den Zug, oder verfehlten irgendwo den Anschluss und fuhren in eine andere Richtung. Manche Trübsal, die dir anfänglich so groß erschien, erwies sich später, als sie dir nahe kam, durchaus nicht so schwer; andere überwandest du mit Leichtigkeit und wieder andere wurden dir 𝙏𝙧𝙚𝙥𝙥𝙚𝙣𝙨𝙩𝙪𝙛𝙚𝙣 𝙯𝙪𝙢 𝙃𝙞𝙢𝙢𝙚𝙡.

Manche machen sich viel Sorge über böse Gedanken, die immer wiederkehren, obwohl sie sie abzuschütteln versuchen. Sie glauben dann, dass sie vor Gott nicht recht stehen.
Es mag viele Gründe geben, warum böse Gedanken den Menschen belästigen und hartnäckig immer wiederkehren. Vertausche aber die bösen Gedanken so viel wie möglich mit guten 𝙪𝙣𝙙 𝙨𝙤𝙧𝙜𝙚 𝙙𝙞𝙘𝙝 𝙣𝙞𝙚 𝙙𝙖𝙧𝙪̈𝙗𝙚𝙧!

In dem Schienennetz der Eisenbahn gibt es viele Kreuzungen; an diesen Stellen können leicht Entgleisungen vorkommen. Wenn ein Zug in Gefahr ist, in einen anderen hineinzufahren, muss er rasch auf ein Nebengleis geleitet werden. So brauchen wir auch für unsere Leiden und Trübsale ein Nebengleis.
Den besten Weg hierzu zeigen uns die Worte:
„Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er sorget für euch.“

Das ist etwas, was wir alle lernen müssen und wir können darin so geübt werden, dass wir imstande sind, 𝙖𝙡𝙡𝙚𝙣 unsern Leiden ein Nebengleis zu stellen, so dass sie entgleisen.

Der Herr ist 𝙞𝙢𝙢𝙚𝙧 bereit, uns in allen Lagen zu helfen. Er ist eine gegenwärtige Hilfe 𝙯𝙪 𝙟𝙚𝙙𝙚𝙧 𝙕𝙚𝙞𝙩 𝙙𝙚𝙧 𝙉𝙤𝙩. Lasst uns darum lernen, 𝙖𝙡𝙡𝙚𝙨 auf ihn zu werfen und ihm zu vertrauen.

In einem andern Sinn haben manche Leute ein eigenes Nebengleis mit einer offenen Weiche; jeder Sorgen- und Leidenswagen der herankommt, kann sich ungehindert ihnen nahen. Manches Leid entsteht dadurch, dass man die Nöte und Schwierigkeiten anderer zu sich hereinnimmt. Sorgen und Nöte, die uns nicht gehören, sollten an uns vorübergehen; wir müssen sie denen überlassen, denen sie gehören und zugedacht sind. Wir dürfen und sollen wohl andern helfen, soviel es in unseren Kräften steht; aber wir dürfen nicht ihre Sorgen und Lasten auf uns laden.
Begegne in dieser Weise allen Dingen, die dir bisher Kummer gemacht haben. Versuche nicht die Brücke zu überschreiten, ehe du sie betreten hast. Halte dir immer die Tatsache vor Augen, 𝙙𝙖𝙨𝙨 𝙫𝙞𝙚𝙡𝙚 𝙙𝙚𝙧 𝙜𝙚𝙛𝙪̈𝙧𝙘𝙝𝙩𝙚𝙩𝙚𝙣 𝘿𝙞𝙣𝙜𝙚 𝙙𝙚𝙣 𝙕𝙪𝙜 𝙫𝙚𝙧𝙥𝙖𝙨𝙨𝙚𝙣 𝙪𝙣𝙙 𝙙𝙞𝙘𝙝 𝙣𝙞𝙚 𝙚𝙧𝙧𝙚𝙞𝙘𝙝𝙚𝙣; 𝙙𝙖𝙧𝙪𝙢 𝙞𝙨𝙩 𝙚𝙨 𝙜𝙖𝙣𝙯 𝙣𝙪𝙩𝙯𝙡𝙤𝙨, 𝙨𝙞𝙘𝙝 𝙨𝙘𝙝𝙤𝙣 𝙫𝙤𝙧𝙝𝙚𝙧 𝙙𝙖𝙧𝙪̈𝙗𝙚𝙧 𝙯𝙪 𝙨𝙤𝙧𝙜𝙚𝙣 𝙪𝙣𝙙 𝙯𝙪 𝙜𝙧𝙖̈𝙢𝙚𝙣.

Quelle:
„Das Geheimnis eines fröhlichen Herzens“
C. W. Naylor

Fürchte dich nicht, glaube nur!

Kennst du Situationen in deinem Leben, die aussichtslos erscheinen, wo der letzte Funke Hoffnung sich plötzlich in Nichts auflöst, wo Angst und Panik in dir aufsteigen will, was nun werden soll?

Die Bibel spricht von einer ähnlichen Situation. Ein verzweifelter Vater namens Jairus kommt zu Jesus. Seine Tochter ist todkrank und er weiß, nur Jesus allein kann sie gesund machen. Er fällt ihm zu Füßen und bittet ihn um Hilfe – und Jesus kommt mit um zu helfen. Wie muss es diesem Mann in diesem Moment gegangen sein? In einer Lage, die völlig trostlos war, keimt Hoffnung auf, Erleichterung macht sich breit – Jesus wird helfen. Und dann der Zwischenfall, Jesus bleibt plötzlich stehen, und fragt, wer ihn berührt hat. Die Jünger weisen Jesus schon fast zurecht: „Bei dieser Menschenmenge fragst du, wer hat mich berührt?“ (Markus 5, 31)

Uns wird hier nicht gesagt, wie lange dieser Vorfall gedauert hat, bis die Frau, die Jesus berührt hat und gesund wurde, sich zeigte und Jesus von allem berichtete. Aber eines kann ich mir vorstellen, und zwar wie es Jairus in dieser Situation ging. Er hatte es eilig, er brauchte doch die Hilfe so schnell wie möglich, wieso ließ sich Jesus so viel Zeit – und dann sieht er schon bekannte Gesichter, die ihm entgegenkommen. Oh nein, und die traurigen Gesichter lassen nichts Gutes erahnen. Und wirklich – es ist zu spät. Seine Tochter ist gestorben. In einem Moment, alle Hoffnung zerschlagen.
Doch dann dringen Worte an sein Ohr, Jesus spricht zu ihm: „Fürchte dich nicht, glaube nur!“ (Markus 5, 36)

Als ich mir diese Begebenheit so vor Augen führte, wurde es mir warm ums Herz. Mit welcher Liebe und Ruhe in der Stimme muss Jesus diese Worte gesprochen haben. Und diese Worte sind auch heute für dich und für mich geschrieben. Egal ob du Angst vor der Zukunft hast, oder du einfach nicht mehr weißt, wie es weiter gehen soll – vielleicht scheint dir das Eingreifen Gottes auch zu spät zu sein:
„Fürchte dich nicht, glaube nur!“ (Markus 5, 36)
Gott weiß immer einen Weg, so wie es auch in diesem Lied von Margret Birkenfeld heißt:

Gott weiß immer einen Weg,
wenn du auch nur Dunkel siehst glaube fest an dieses Wort,
dass Gott nichts unmöglich ist.

Gott weiß immer einen Weg,
wenn er auch was andres tut als du es dir vorgestellt,
Gottes Weg ist immer gut.

Gott weiß immer einen Weg,
drum verliere nie den Mut, freue dich und halte fest,
dass Gott heut noch Wunder tut.

Jairus durfte ein Wunder erleben. Das Unmögliche wurde möglich. Es macht mich so dankbar, so einen Vater im Himmel zu haben, dem nichts unmöglich ist und der weiß was das Beste für mich ist.

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Midlife Crisis in Sicht…

Man sagt, Männer durchleben dieses Phänomen so zwischen 40 – 50 Jahren. Ein Glück, ich bin noch mindestens 5 Jahre davon entfernt. Aber wie heißt es in der Buisinesswelt? 30 ist das neue 40. Wenn das auf mich zutrifft, stecke ich also mitten in der Midlife crisis
Und ja, ich muss zugeben, ich habe mich auch schon öfter hinterfragt, was mein Leben bislang so mit sich gebracht hat.
Wo stehe ich momentan und wo möchte ich hin? Wir sind ja schließlich eine erfolgsorienterite Gesellschaft und müssen uns doch stetig neue Ziele stecken und diese auch erreichen!
Erfolg im Job, Erfolg in der Ehe, Erfolg bei der Kindererziehung, ja sogar Erfolg im Gottdienen. Das ist es doch, was einen guten Christen auszeichnet oder etwa nicht?

Hast du gewusst, dass es im neuen Testament das Wort „Erfolg“ nicht gibt?
Merkwürdig, findest du nicht? Gott scheint unser „Erfolg“ nicht all zu sehr zu beindrucken. Wie kann das sein? Misst Gott uns nicht daran, wie erfolgreich wir sind? Ist es ihm egal?

Jesus sagte: „Getrennt von mir, könnt ihr nichts tun…“ (Joh. 15,5)

Immer wieder muss ich an diese Worte denken. Sie sind so absolut und so präzise. Wir können ohne ihn nichts tun. Wirklich nichts!

Aber ehrlich gesagt ist doch genau diese Tatsache das Schöne am Gottesdienst. Gott misst mich nicht an meinem Können. Er bewertet mich nicht an meinem Erfolg.
Und es kommt noch besser. Er selbst will doch bis an der Weltzeit Ende bei mir sein. ich muss diesen ganzen Druck des vermeintlichen Erfolges nicht mehr mit mir herumschleppen. Ich darf ihm vertrauen und sagen:

„Herr, bleib bei mir, denn ohne deine starke Hand will ich nicht durch die Tage gehn!“

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Sünder am Tisch mit Jesus

„Und es geschah, als er in seinem Haus zu Tisch saß, setzten sich viele Zöllner und Sünder zu Tisch mit Jesus und seinen Jüngern; denn es waren viele, die ihm folgten. Und als die Schriftgelehrten und Pharisäer sahen, dass er mit den Zöllnern und Sündern aß, sagten sie zu seinen Jüngern: „Warum isst und trinkt er mit den Zöllnern und Sündern?“ Als das Jesus hörte, sagte er zu ihnen: >Nicht die Starken brauchen einen Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße.<“ Markus 2, 15-17

Nachdem Jesus den Zöllner Levi in die Nachfolge gerufen hat, ist er mit seinen Jüngern bei ihm zum Essen eingeladen. Und nun wird uns berichtet, dass sich viele Zöllner und Sünder an den Tisch mit Jesus setzten .

Das finde ich interessant. Diese Menschengruppe wird ausdrücklich als Sünder bezeichnet. Es waren also „stadtbekannte“ Sünder, für die sich Jesus Zeit genommen hat um mit ihnen zu sprechen und zu essen. Die Schriftgelehrten und Pharisäer hätten sich nie mit diesen Menschen beschäftigt. Voller Verachtung haben sie die Jünger gefragt, wie Jesus sich nur mit diesem Abschaum der Gesellschaft abgeben kann.

Wir neigen heute, genau wie die Pharisäer und Schriftgelehrten, dazu, uns von Menschen fern zu halten, die aus ihrer Sünde keinen Hehl machen. Die offen zu ihren Sünden stehen, auch wenn sie diese nicht als Sünde anerkennen. Und die vielleicht sogar die Existenz Gottes leugnen. Das führt dazu, dass wir unsere Zeit nur noch mit Menschen verbringen, die ebenfalls Gott dienen und somit das gleiche Ziel und die gleichen Interessen verfolgen. Das ist auf den ersten Blick nicht falsch. Aber als Nachfolger Jesu haben wir noch eine größere Aufgabe. Schauen wir doch, was Jesus geantwortet hat.

Sehr treffend fasst er seine Mission in einem Satz zusammen:

Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße“.

Genau das ist es! Für die Sünder hat Jesus überhaupt den Himmel verlassen. Für sie ist er auf die Erde gekommen. Er war sich nicht zu schade, sich mit ihnen zu beschäftigen, Zeit mit ihnen zu verbringen, Mühe und Energie in sie zu investieren. Er hat nicht nur mit ihnen gegessen und geplaudert. Er hat ihnen von seinem himmlischen Vater berichtet und ihnen seine Liebe gezeigt. Für sie wurde er verspottet, geschlagen und ans Kreuz genagelt. Und für sie ist er auferstanden. Er hat die Sünde überwunden. Gerade für die Zöllner und Sünder! Und genau das ist die Botschaft, die die verlorenen Seelen auch heute noch brauchen! Jesus hat ihre und unsere Sünden ans Kreuz getragen!

Lasst uns immer daran denken, dass wir ohne die Vergebung unserer Sünden kein Stück besser waren. Denn wir waren auch schuldig vor Gott. Wir haben genauso gesündigt. Die scheinbare Größe oder Schwere der Sünden macht ja keinen Unterschied. Schuldig ist schuldig. Und die Vergebung haben wir nur durch Gnade erhalten.

Darum lasst uns den Sündern den Arzt empfehlen, der ihnen helfen kann: Jesus!

S.Schm.

Achtung: Einsturzgefahr!

,Wer sein Tor hoch baut,der sucht den Einsturz.‘ (Spr. 17,19)

Ich habe mich in letzter Zeit schon öfter gefragt, wie man eigentlich das Wort auslebt ,Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. (Mt.23,12)

Ehrlich gesagt ist das Wort ja total bekannt, und wir bejahen das ja auch völlig, aber WIE man sich selbst erniedrigt, praktisch, das ist die Frage. 

Meint es, dass man immer seine Fähigkeiten runter bügelt, sich immer für wertloser ansieht als andere, dass man sich herabsetzt?

Ich glaube wenn man das macht, ist man zum einen unehrlich, weil das so auch nicht stimmt und zum anderen glaube ich, dass es dem eigenen Selbstbewusstsein schadet, wenn man sich immer wertlos sieht. 

Was meint Jesus denn damit, dass man sich selbst erniedrigen soll? 

Ich habe ein Problem mit Übertreibung. Bei mir kommt es wirklich oft vor, dass ich Dinge übertrieben nacherzähle, die nicht ganz so krass waren, wie sie sind. 

Auch unehrlich, um ehrlich zu sein. 

Ich baue mein ,Tor’ höher, als es eigentlich ist. Was ist die Folge? Einsturz. Manchmal steht jemand neben mir, der mich korrigiert und mir wird einmal mehr bewusst, dass ich wieder übertrieben habe.

Und es kam beispielsweise auch schon oft vor, dass ich etwas behauptet habe, ja felsenfest davon überzeugt war, aber ich lag falsch. Hätte ich mein Tor mal  nicht so ,hoch gebaut‘, sondern wäre von der Annahme ausgegangen, dass ich auch daneben liegen könnte, wäre der Einsturz erst gar nicht gekommen. 

Wenn ich mich selbst erniedrigt hätte, nicht gedacht hätte, dass meine Meinung absolut ist, wenn nicht nicht übertrieben hätte, um einer Sache vielleicht mehr Ausdruck zu verleihen, wäre das nicht passiert. Mir wäre eine Erniedrigung erspart geblieben. 

Und ich glaube genau das ist es: 

Gepaart mit dem Gedanken, dass ich meinen Nächsten höher achte als mich selbst, muss ich in der Haltung leben, dass ich falsch liegen könnte. 

Egal, ob es geistliche Gespräche oder Diskussionen sind, in denen man meint, absolut im Recht zu sein oder bei der Kindererziehung oder dabei Allgemeinwissen auszutauschen: Rechne lieber damit, dass du nicht absolut bist. Baue dein Tor nicht zu hoch. Du könntest falsch liegen. Bleibe ,niedrig‘, indem du in der Haltung beharrst, etwas dazu lernen zu wollen und dich gerne eines besseren belehren möchtest. 

Wenn du doch Recht hattest, dann bekommst du die Ehre, keine Sorge. Wenn aber nicht, dann bewahre dich doch lieber vor einem Einsturz.

In diesem Sinn:

Eine gesegnete, ,niedrige‘ Woche!